Zu 17 Verkehrsunfällen mit eingeklemmter Person wurde die Ortsfeuerwehr Helmstedt im Jahr 2015 alarmiert, im laufenden Jahr 2016 sind es bereits 9 solcher Einsätze. Bei diesen Einsätzen geht es immer um Menschenleben, wenn zum Beispiel auf der naheliegenden BAB2 mehrere Fahrzeuge kollidiert sind oder auf der Landstraße ein Fahrzeug gegen einen Baum geprallt ist.

Dann ist das schwere Gerät der Feuerwehr gefragt. Neben der bekannten Brechstange kommt häufiger die Hydraulikschere oder der Hydraulikspreizer zum Einsatz. In der heutigen Zeit muss man aufmerksamer sein denn je, denn die Fahrzeuge besitzen eine Vielzahl von Sicherheitssystemen wie Airbags und Verstärkungen im Chassis. Wo setzt man also die Schere und den Spreizer an um die Person möglichst schonend aus dem Fahrzeug zu befreien, ohne dass Airbags auslösen oder die Verstärkungen die Rettung erschweren? Damit in diesen Fällen die Verunfallten schnell aus dem Fahrzeug gerettet werden können, muss regelmäßig direkt am Fahrzeug geübt werden, damit jeder Handgriff schnell und sicher sitzt. Die Firma Reimann aus dem Helmstedter Industriegebiet versorgt die Feuerwehr Helmstedt dazu immer wieder mit Unfallwagen damit praxisnah geübt werden kann. Die Fahrzeuge werden zum Teil auf den Hof der Helmstedter Ortsfeuerwehr an der Nordstraße transportiert oder es gibt Übungsszenarien im Stadtgebiet. Zur Ausbildung werden die Fahrzeuge dann regelrecht zerlegt und anschließend durch die Firma Reimann abtransportiert. Auch bei der Truppmannausbildung profitieren die neuen Feuerwehrleute von dem Service, so können die Grundlagen direkt am Fahrzeug erlernt werden.

 

 

Vom 09.04.2016 bis einschließlich zum 16.04.2016 fand in Zusammenarbeit der Feuerwehren aus Helmstedt und Grasleben der zweite Teil der Truppmannausbildung statt. Über die ganze Woche hinweg wurde den neuen Feuerwehrkameraden das nötige Wissen für den technischen Hilfeleistungseinsatz vermittelt. Neben den grundsätzlichen Dinge wie die Absicherung und das richtige Ausleuchten der Einsatzstelle wurde der Umgang mit den Gerätschaften erlernt. Zu Beginn der Woche wurde durch die Ausbilder das Wissen zum Bewegen und Sichern von Lasten sowie der Umgang mit Trennschleifer vermittelt. Des Weiteren standen Grundlagen zum Gefahrguteinsatz und Lebensrettende Sofortmaßnahmen mit auf dem Stundenplan. Den Abschluss fand die Ausbildung am Samstag zuerst mit dem Retten und Selbstretten aus Höhen und Tiefen und anschließend einer Einsatzübung statt. Hierbei stießen zwei PKW zusammen und es waren mehrere Personen im PKW eingeklemmt. Die Kameraden mussten ihr erworbenes Wissen anwenden und die Übung selbstständig abarbeiten. Am Ende waren sowohl Ausbilder als auch die "Auszubildenden" sehr zufrieden mit der Woche und dem gewonnenen Erfahrungen. 

 

Mit Unterstützung der Kreisverkehrswacht/Polizei Helmstedt Hr.Barnstorf und dem Sicherheitsbeauftragten der Ortsfeuerwehr Helmstedt wurde ein Ausbildungsdienst zum Thema "Verkehrserziehung/Toter Winkel" bei der Jugendfeuerwehr Helmstedt durchgeführt. 

Den Jugendlichen wurde anhand von Beispielen und praktischen Übungen in Zusammenarbeit mit der Kreisverkehrswacht, des ADAC und der Polizei der Tote Winkel näher gebracht.

Beim Rechtsabbiegen können speziell die LKW-Fahrer einen Teil der Fußgänger oder Fahrradfahrer nicht sehen. Insbesondere Radfahrer, die sich rechts neben einem Lkw im so genannten „toten Winkel“ aufgestellt haben und weiter geradeaus fahren wollen, während der Lkw abbiegen möchte, sind stark unfallgefährdet.

Jeder Lkw ist mit insgesamt sechs Spiegeln – vier davon auf der rechten Seite – ausgestattet. Dieses System aus Außen- und Zusatzspiegeln macht beim Rechtsabbiegen schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger oder Fahrradfahrer für den Lkw-Fahrer besser sichtbar und verringert den toten Winkel, der ohne Zusatzspiegel rund 38 Grad beträgt, deutlich.  Dennoch bleibt einen nicht einsehbarer Bereich von rund vier Grad.

Um über die damit einhergehende Gefahr zu sprechen, fand während des wöchentlichen Übungsdienstes der Helmstedter Jugendfeuerwehr eine praktische und theoretische Unterweisung statt.
Das Fazit: „Es ist erschreckend das eine komplette Jugendgruppe im toten Winkel stehen kann, ohne dass der Fahrer sie bemerkt!“ Je nachdem in welchen Spiegel sie schauen, sieht ein Fahrer unterschiedliche Abschnitte der rechten Fahrzeugseite. Den gesamten Bereich kann er jedoch nicht einsehen. „Die wichtigsten Präventionsmaßnahmen sind neben einem guten Spiegelsystem die Aufmerksamkeit und Konzentration seitens des Fahrers“. Als Fahrradfahrer oder Fußgänger sollten man also unbedingt auf sich aufmerksam machen und Blickkontakt mit dem Lkw-Fahrer suchen, zudem im Zweifel nicht auf sein Recht auf Vorfahrt beharren! Die Gefahr eines Unfalls  ist einfach zu groß.

 

Text: Christian Bottke, Sicherheitsbeauftrager Ortsfeuerwehr Helmstedt

Bilder: Achim Klaffehn, Polizei Helmstedt

Der Ortsbrandmeister Michael Kauth eröffnete am Samstag, den 02.04.2016 die Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Helmstedt und begrüßte neben den Kameraden auch den Bürgermeister Wittich Schobert, den Fachbereichsleiter Frank Kemmer sowie den Abschnittleiter Nord Andreas Thomas, Stadtbrandmeister Stefan Müller sowie Kameraden der Feuerwehr Haldensleben, dem THW Helmstedt und der Polizei Helmstedt. Zum Ende des vergangenen Jahres zählte die Ortsfeuerwehr Helmstedt 85 aktive Mitglieder in der Einsatzabteilung. Durch die ehrenamtlichen Kameraden wurden insgesamt 279 Einsätze abgearbeitet und ein wöchentlicher Übungsdienst durchgeführt, in Summe wurden somit über 11.200 Stunden durch die freiwilligen Kameraden für das Wohl der Bürger in und um Helmstedt geleistet. Neben diversen Lehrgängen an der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Helmstedt, wurden auch Lehrgänge an der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz in Celle absolviert. Der Brand im vergangenen Dezember an der Bleiche, bei dem mehrere Personen durch die Feuerwehr und Erst-Helfer gerettet wurden prägte auch der Brand der ehemaligen Möbel-Oase und die diversen weiteren Bränden, Hilfeleistungen und schweren Verkehrsunfälle den Rückblick auf das Jahr 2015. Ein großes Augenmerk im laufenden Jahr liegt neben dem Kreisjugendfeuerwehrzeltlager beim 150 jährigen Jubiläum der Feuerwehr Helmstedt im September, bei dem es an der Masch einen großen Tag der Helmstedter Feuerwehr geben wird. Hier laufen die Planungen bereits auf Hochtouren. 

Neben dem Stadtbrandmeister und dem Abschnittleiter Nord, dankte auch der Bürgermeister Wittich Schobert den Kameraden der Ortsfeuerwehr Helmstedt für ihren pausenlosen Einsatz. Aufgrund der "drastisch" gestiegenen Einsatzzahlen im vergangenen Jahr begrüßte er die Kameraden in ihrem "zu Hause" und sprach seinen Dank, Respekt und Anerkennung aus. Auch der Leiter der Polizei Helmstedt Gerhard Radeck dankt für die reibungslose Zusammenarbeit bei den Einsätzen. 
 
Die Jugendfeuerwehr Helmstedt, berichtete Anne-Kathrin Schmidt, zählte zum Jahresende 24 Jugendliche. Highlights waren neben dem Badespass im März, das obligatorische Maibaumaufstellen sowie eine Wochenendfahrt nach Berlin. Hierbei wurde die Berufsfeuerwehr und ein Klettergarten besucht. Den Abschluss fand das Jahr bei dem alljährlichen Weihnachtsmarkt und dem dortigen Feuerturm. Die Kinderfeuerwehr wuchs auf insgesamt 19 Kinder an. Sebastian Sommer, Kinderfeuerwehrwart, berichtete, dass unter anderem eine Tagesfahrt nach Magdeburg in den Zoo unternommen sowie der 5. Geburtstag zum Bestehen der Kinderfeuerwehr gefeiert wurde. 
 
Die Altersabteilung der Ortsfeuerwehr traf sich zu einem monatlichen Beisammensein und unternahm auch einen Ausflug in die Süd-Heide, so der Leiter der Altersabteilung Dieter Krause.  
 
Der Kamerad Gotthard Scholz wurde in die Altersabteilung übergeben und für die langjährige Arbeit im Amt des Kassenwartes mit einem Gutschein gedankt. Die Kameraden Dominik Melzer, Sebastian Kanitz, Yi Xie und Tim Munnecke wurden in die Einsatzabteilung aufgenommen. Sabrina Weis, Marvin Neher und Percy Habermann wurden zur Feuerwehrfrau- bzw. -mann befördert. Zur Hauptfeuerwehrfrau bzw. zum Hauptfeuerwehrmann wurden Anne-Kathrin Schmidt, Andrea Thomas, Sebastian Sommer und Alexander Weis befördert. Laura-Tabea Ernst wurde zur 1. Hauptfeuerwehrfrau und Christian Bottke zum 1. Hauptfeuerwehrmann befördert. Stadtbrandmeister Stefan Müller beförderte Marco Knuth zum Löschmeister und Marc Blumenberg zum Oberlöschmeister. Abschnittsleiter Nord Andreas Thomas ehrte den Kamerad Gotthard Scholz für 40-jährige Mitgliedschaft und den Kameraden Heinz-Jürgen Blume für 50 Jahre. 
 
 
 

Am vergangenen Mittwoch probte die Ortsfeuerwehr Helmstedt den Ernstfall zum Thema Unfallrettung nach Verkehrsunfall. Durch die Firma Zabel wurde sowohl eine geeignete Fläche, als auch zwei PKW zur Verfügung gestellt.