Am heutigen Samstag, den 01.04.2017, eröffnete Ortsbrandmeister Michael Kauth die Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Helmstedt. Neben dem Bürgermeister Wittich Schobert, begrüßte er des Weiteren auch von der Stadt Helmstedt Herr Kemmer und Herr Prüße, den Abschnittsleiter Nord Andreas Thomas und den stellvertretenden Abschnittsleiter Nord Maik Wermuth. Zum Stichtag 31.12.2016 zählte die Ortsfeuerwehr 71 aktive Mitglieder in der Einsatzabteilung welche 282 Einsätze im vergangenen bewältigten. Neben dem Großbrand an der Kornstraße im vergangenen November blieb auch der Gebäudeeinsturz am Kramerschen Gut, oder das Feuer in der Tiefgarage am Gröpern in besonderer Erinnerung. Aber auch die Übergabe der neuen Drehleiter war ein besonderes Highlight, nicht zu vergessen auch das 150 jährige Jubiläum, welches mit einem Festkommers und dem Tag der Helmstedter Feuerwehr an der Masch zelebriert wurde. Der Bürgermeister Wittich Schobert zollte seinen großen Respekt und sprach sein Kompliment und Anerkennung für die Abarbeitung der vielen Einsätze zur Sicherung der Stadt Helmstedt aus, auch an die Familien und Firmen die oftmals die Kameraden zum Einsatz ziehen lassen. Kaum waren diese Worte ausgesprochen, schrillten die Alarmmelder. Es brannte eine kleine Grünfläche am Lappwald. Auch Abschnittsleiter Nord Andreas Thomas dankte den Kameraden für die gute Zusammenarbeit. 

 

Die Jugendfeuerwehr und die Kinderfeuerwehr berichteten ebenfalls über das vergangene Jahr. Neben dem alljährlichen Rosenmontagsumzug, Maibaum aufstellen und der Badespaß zählte auch das Kreiszeltlager am Bötschenberg in Helmstedt zu den schönen Erinnerungen. Die Jugendfeuerwehr zählte 25 Jugendfeuerwehr, die Kinderfeuerwehr 16 Kinder zu ihren Mitgliedern. 

 

Auch gab es wieder Beförderungen, so wurden dieses Jahr Pascal Modlinski, Jeane-Marie Lehrmann, Jessica Lillie und Alisa Reher zu Feuerwehrfrau-Anwärterinnen bzw. Feuerwehrmann-Anwärter ernannt. Sebastian Kanitz, Yi Xie und Nico Wollgramm wurden zu Feuerwehrmännern befördert. Christina Thomas, Paul Eichler, Marco Müller und Melissa Wahl wurden zu Oberfeuerwehrmann bzw. Oberfeuerwehrfrau ernannt. Dennis Franz erhielt den Dienstgrad Hauptfeuerwehrmann. Zum Löschmeister wurde Dirk Jannscheski befördert, neben Marius Kornau, Jan Lachmann und Sascha Waszak die wiederum zum Oberlöschmeister befördert wurden. Marco Schmidt wurde aufgrund seiner Arbeiten in der Ausbildung der Feuerwehren im Landkreis zum 1. Hauptlöschmeister befördert. Der stellvertretende Ortsbrandmeister Marc Blumenberg erhielt in Abwesenheit den Dienstgrad Hauptlöschmeister. Letztlich wurde Marco Iser für 25 jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr geehrt. Die Kameraden Laura-Tabea Ernst, Julien Ernst, Dirk Jannscheski und Alexander Weis wurden zu neuen stellvertretenden Gruppenführern ernannt. 

 

Dankend nahm Ortsbrandmeister Michael Kauth einen Scheck der Öffentlichen über 150€ entgegen. 

 

Für dieses Jahr ist eine Schnitzelwanderung sowie ein Oktoberfest geplant, die ersten Planungen dazu haben bereits begonnen. 

Bei dem wöchentlichen Übungsdienst wurden die frostigen Temperaturen genutzt und das Thema Eis- und Wasserrettung durchgeführt. Leider werden die Eisflächen sehr häufig betreten, wenn diese noch nicht dick genug sind. Oftmals trügt der Schein, jedoch bedarf es lange Zeit dauerhaft Minusgrade um das Wasser ausreichend zu gefrieren. Was jedoch, wenn jemand im Eis eingebrochen ist? Genau das wurde geübt. Bereits während der Anfahrt zur Einsatzstelle rüstet sich mindestens ein Kamerad mit einem Wasserrettungsanzug aus. Ein Anzug der Taucheranzügen ähnelt und die Kameraden vor dem eiskalten Wasser schützt, denn dieses kann bereits nach wenigen Minuten tödlich sein. Vor Ort steigt der Kamerad dann mit einer Leiter oder einem Rettungsbrett auf das Eis und versucht seine Last möglich groß zu verteilen. Parallel dazu wird ein Schlauchboot mit einem Stahlgestell vorbereitet und auf die Eisfläche gelassen. Das Stahlgestell dient dem Schutz des Bootes und der Verteilung des Gewichtes. Gesichert mit einem Seil arbeitet sich der Kamerad vor bis zu dem Unfallopfer, im Anschluss kann diese gerettet und an Land gebracht werden. Im Gerätewagen Logistik kann man sich im Aufbau anschließend wieder aufwärmen und umziehen.

 

Zu 17 Verkehrsunfällen mit eingeklemmter Person wurde die Ortsfeuerwehr Helmstedt im Jahr 2015 alarmiert, im laufenden Jahr 2016 sind es bereits 9 solcher Einsätze. Bei diesen Einsätzen geht es immer um Menschenleben, wenn zum Beispiel auf der naheliegenden BAB2 mehrere Fahrzeuge kollidiert sind oder auf der Landstraße ein Fahrzeug gegen einen Baum geprallt ist.

Dann ist das schwere Gerät der Feuerwehr gefragt. Neben der bekannten Brechstange kommt häufiger die Hydraulikschere oder der Hydraulikspreizer zum Einsatz. In der heutigen Zeit muss man aufmerksamer sein denn je, denn die Fahrzeuge besitzen eine Vielzahl von Sicherheitssystemen wie Airbags und Verstärkungen im Chassis. Wo setzt man also die Schere und den Spreizer an um die Person möglichst schonend aus dem Fahrzeug zu befreien, ohne dass Airbags auslösen oder die Verstärkungen die Rettung erschweren? Damit in diesen Fällen die Verunfallten schnell aus dem Fahrzeug gerettet werden können, muss regelmäßig direkt am Fahrzeug geübt werden, damit jeder Handgriff schnell und sicher sitzt. Die Firma Reimann aus dem Helmstedter Industriegebiet versorgt die Feuerwehr Helmstedt dazu immer wieder mit Unfallwagen damit praxisnah geübt werden kann. Die Fahrzeuge werden zum Teil auf den Hof der Helmstedter Ortsfeuerwehr an der Nordstraße transportiert oder es gibt Übungsszenarien im Stadtgebiet. Zur Ausbildung werden die Fahrzeuge dann regelrecht zerlegt und anschließend durch die Firma Reimann abtransportiert. Auch bei der Truppmannausbildung profitieren die neuen Feuerwehrleute von dem Service, so können die Grundlagen direkt am Fahrzeug erlernt werden.

 

 

Vom 09.04.2016 bis einschließlich zum 16.04.2016 fand in Zusammenarbeit der Feuerwehren aus Helmstedt und Grasleben der zweite Teil der Truppmannausbildung statt. Über die ganze Woche hinweg wurde den neuen Feuerwehrkameraden das nötige Wissen für den technischen Hilfeleistungseinsatz vermittelt. Neben den grundsätzlichen Dinge wie die Absicherung und das richtige Ausleuchten der Einsatzstelle wurde der Umgang mit den Gerätschaften erlernt. Zu Beginn der Woche wurde durch die Ausbilder das Wissen zum Bewegen und Sichern von Lasten sowie der Umgang mit Trennschleifer vermittelt. Des Weiteren standen Grundlagen zum Gefahrguteinsatz und Lebensrettende Sofortmaßnahmen mit auf dem Stundenplan. Den Abschluss fand die Ausbildung am Samstag zuerst mit dem Retten und Selbstretten aus Höhen und Tiefen und anschließend einer Einsatzübung statt. Hierbei stießen zwei PKW zusammen und es waren mehrere Personen im PKW eingeklemmt. Die Kameraden mussten ihr erworbenes Wissen anwenden und die Übung selbstständig abarbeiten. Am Ende waren sowohl Ausbilder als auch die "Auszubildenden" sehr zufrieden mit der Woche und dem gewonnenen Erfahrungen. 

 

Mit Unterstützung der Kreisverkehrswacht/Polizei Helmstedt Hr.Barnstorf und dem Sicherheitsbeauftragten der Ortsfeuerwehr Helmstedt wurde ein Ausbildungsdienst zum Thema "Verkehrserziehung/Toter Winkel" bei der Jugendfeuerwehr Helmstedt durchgeführt. 

Den Jugendlichen wurde anhand von Beispielen und praktischen Übungen in Zusammenarbeit mit der Kreisverkehrswacht, des ADAC und der Polizei der Tote Winkel näher gebracht.

Beim Rechtsabbiegen können speziell die LKW-Fahrer einen Teil der Fußgänger oder Fahrradfahrer nicht sehen. Insbesondere Radfahrer, die sich rechts neben einem Lkw im so genannten „toten Winkel“ aufgestellt haben und weiter geradeaus fahren wollen, während der Lkw abbiegen möchte, sind stark unfallgefährdet.

Jeder Lkw ist mit insgesamt sechs Spiegeln – vier davon auf der rechten Seite – ausgestattet. Dieses System aus Außen- und Zusatzspiegeln macht beim Rechtsabbiegen schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger oder Fahrradfahrer für den Lkw-Fahrer besser sichtbar und verringert den toten Winkel, der ohne Zusatzspiegel rund 38 Grad beträgt, deutlich.  Dennoch bleibt einen nicht einsehbarer Bereich von rund vier Grad.

Um über die damit einhergehende Gefahr zu sprechen, fand während des wöchentlichen Übungsdienstes der Helmstedter Jugendfeuerwehr eine praktische und theoretische Unterweisung statt.
Das Fazit: „Es ist erschreckend das eine komplette Jugendgruppe im toten Winkel stehen kann, ohne dass der Fahrer sie bemerkt!“ Je nachdem in welchen Spiegel sie schauen, sieht ein Fahrer unterschiedliche Abschnitte der rechten Fahrzeugseite. Den gesamten Bereich kann er jedoch nicht einsehen. „Die wichtigsten Präventionsmaßnahmen sind neben einem guten Spiegelsystem die Aufmerksamkeit und Konzentration seitens des Fahrers“. Als Fahrradfahrer oder Fußgänger sollten man also unbedingt auf sich aufmerksam machen und Blickkontakt mit dem Lkw-Fahrer suchen, zudem im Zweifel nicht auf sein Recht auf Vorfahrt beharren! Die Gefahr eines Unfalls  ist einfach zu groß.

 

Text: Christian Bottke, Sicherheitsbeauftrager Ortsfeuerwehr Helmstedt

Bilder: Achim Klaffehn, Polizei Helmstedt